Sicherheitsautomatisierung

Was ist Sicherheitsautomation?

Was ist Sicherheitsautomatisierung?

Sicherheitsautomatisierung beschreibt den Verbindungsprozess Ihrer Tools zur Ausführung SecOps-betreffender Aufgaben ohne menschlichen Eingriff. Der Mangel an Sicherheitsfachkräften gekoppelt mit dem raschen Anstieg an Bedrohungen erschwert es Unternehmen, sich rechtzeitig vor Angriffen zu schützen. Automation kann zur Stärkung Ihres Schutzes und Ihrer Reaktionsmöglichkeiten nützlich sein. Denken Sie daran, dass es sich hierbei nicht um Sicherheitsorchestrierung handelt, die Verbindungsebene zwischen Tools, um rationelle Workflows zu schaffen. Stattdessen ist die Automation der erste Schritt, den Sicherheitsexperten ergreifen, um eine einzige Aufgabe automatisch abzuwickeln. Auf dieser Seite finden Sie eine Aufgliederung der Grundlagen der Sicherheitsautomation, einschließlich was darunter zu verstehen ist, warum Sie sie benötigen, wie sie Ihnen helfen kann, und wie sie in der Praxis funktioniert.

Sicherheitsautomation erklärt

Das Konzept der Automation ist nicht neu – werfen Sie einfach einen Blick auf Ihre Online-Banking-App, selektive Nachrichtenfeeds oder die Backups auf Ihrem Computer, die laufen, während Sie diesen Text lesen. Obwohl Sie in Ihrem Privatleben in vieler Hinsicht von der Automatisierung profitieren, wird sie heute in vielen Sicherheits-Tools häufig gemeinsam mit der Orchestrierung eingesetzt, um eine Reihe wiederholter, manueller Aufgaben zu kohärenten automatischen Workflows zu straffen.

Sicherheitsprozesse erfordern eine lange Reihe von Aufgaben, von denen viele zur Erfassung wichtiger Daten zwischen Systemen hin und her wechseln. Dieser langwierige Prozess kann je nach Vorfall Stunden (wenn nicht Tage) dauern. Mit Sicherheitsautomation und -orchestrierung sind jedoch alle Ihre Tools miteinander verbunden, d. h. designierte Aufgaben können automatisch abgeschlossen werden. Dadurch fällt die Mehrzahl der manuellen Schritte weg, damit Ihr Team sich auf größere Bedrohungen und die Umsetzung proaktiverer Sicherheitsmaßnahmen konzentrieren kann.

Automation erfasst verschiedene Sicherheitsaspekte. Im Bereich der Defensive ist sie für die Prävention, Erkennung, Reaktion und Minderung zuständig. In der Offensive können Red-Teams zu Penetrationstestzwecken und Angreifer die Automation nutzen, um Sicherheitslücken aufzuspüren oder sich gegenüber dem Gegner einen Vorteil zu verschaffen. Sicherheitsüberwachungs- und Penetrationserkennungsysteme und verwaltete Erkennungs- und Reaktionsdienste verwenden alle eine Form der Sicherheitsautomation, um Anomalien zu erkennen und Daten zu erfassen.

Was Sicherheitsautomation bewirkt

Die heutigen Sicherheitsteams sind überfordert und benötigen solide Lösungen, die sie bei der Bewältigung der komplexen Bedrohungslage unterstützen. Ein Sicherheitsautomations-Tool trägt zur Lösung einiger dieser gängigen Probleme bei:

1. Mangel an Sicherheitsfachkräften

Gute Sicherheitsexperten zu finden, ist nicht leicht. Und wer diese Fachkräfte hat, will die jeweiligen Experten optimal einsetzen. Mitarbeiter empfinden mehr Engagement, wenn sie einen bedeutungsvollen, strategischen Beitrag zum Unternehmen leisten und sich gefordert fühlen. Durch die Automatisierung routinemäßiger Aufgaben wie die Durchsicht von Tausenden von Warnmeldungen geben Sie ihnen Gelegenheit, ihre Aufmerksamkeit auf strategisch bedeutendere, interessantere und wertvollere Aufgaben zu lenken, wie dem Aufspüren von Bedrohungen, der Durchführung einer tiefergreifenderen Forensik und der strategischen Planung.

2. Fehleranfällige manuelle Workflows

Menschen sind zwar großartige Analysten und können gut kritisch denken, sind aber eben auch fehleranfällig, wenn es um die manuelle Verarbeitung großer Datenmengen und eine schnelle, genaue Entscheidungsfindung geht. Dies gilt insbesondere in Fällen, in denen viele verschiedene Sicherheitssysteme vorhanden sind, die die Teams wechselweise bedienen müssen, um Vorfälle erkennen, analysieren und darauf reagieren zu können. Wenn sich die Reaktionszeit auf einen Vorfall bis zum Stillstand verzögert, gewinnen Angreifer die Oberhand und bringen den Ruf und den Status Ihres Unternehmens in Gefahr.

3. Warnungsermüdigung

Teams müssen in der heutigen Zeit auf mehr Bedrohungen eingehen, sich mehr Endgeräten widmen und auf piepende Tools achten. Wenn Warnmeldungen zur Norm geworden sind, können sie das Team überfordern und dazu führen, dass Eindringversuche übersehen werden. Sie können Ihre Ressourcen voll optimieren, indem Sie den Warnmeldeprozess durch Sicherheitsautomation verkürzen. Wenn die investigative, eskalierende und reagierende Verarbeitung von Bedrohungen automatisiert wird, wird es weniger Warnmeldungen geben – das sind dann die, die Sie ernst nehmen müssen.

4. Langsame Behebungszeit

Unterschiedliche Systeme, die nicht miteinander kommunizieren oder Daten in einfach zu interpretierenden Formaten darstellen, erschweren die schnellstmögliche Untersuchung von Vorfällen. Bei Automatisierung routinemäßiger Untersuchungsaufgaben kann menschliche Analyse bei Bedarf angewandt werden, ohne dass Sie dazu Protokolle durchsehen müssen, um die kleinsten Details zu bestimmen.

5. Betriebliche Ineffizienz

Sogenannte Silo-Systeme erschweren den Gesamtüberblick über Ihre Daten wie auch die Aufgabenpriorisierung, den Informationsaustausch zwischen den Teams und den schnellen Datenzugriff. Mit Automatisierung und Orchestrierung können Sie Ihre Sicherheitsmaßnahmen in einem zentralen Hub konsolidieren, der Ihnen einen schnellen Einblick in potenzielle Bedrohungen verschafft und die Effizienz Ihrer Reaktion verbessert. 

Erste Schritte zur Sicherheitsautomation

Wenn Ihr Team viel Zeit mit wiederholten, wenig aufschlussreichen Aufgaben verbringt, es an einer Integration Ihrer Tools mangelt oder die Entwicklungsressourcen fehlen, um Integration und Automatisierung aufzubauen, wäre es an der Zeit, zu schauen, ob Sicherheitsautomation und -orchestrierung in Ihr Unternehmen passen.

Denken Sie als Ausgangspunkt darüber nach, Automatisierung in die fünf folgenden Bereiche einzuführen:

  1. Überwachung und Erkennung: Sie suchen nach Transparenz in Ihrer IT-Umgebung, aber jemanden mit dem gesamten Prozess zu beauftragen, ist mühsam und erfordert wertvolle Zeit und Aufwand. Tools zur Sicherheitsautomation halten ständig Ausschau nach Bedrohungen und benachrichtigen Sie, wenn Sie handeln müssen.
  2. Datenanreicherung: Automatisierte Systeme können bei der Untersuchung potenzieller Angriffe nach Eingang der Warnmeldung die Schwerstarbeit leisten, d. h. Ihr Team kann tiefergehende Forensik durchführen, auf Bedrohungen reagieren oder bessere Schutzmaßnahmen entwickeln, um eine Wiederholung dieses Szenarios zu vermeiden.
  3. Reaktion auf Vorfälle: Wenn Sie wissen, dass Sie angegriffen werden, zählt die schnelle Reaktion. Automatisierte Schritte Ihres Maßnahmenplans bei Vorfällen bedeuten, dass Sie Malware eingrenzen und entfernen, einen befallenen IT-Dienst deaktivieren oder Sicherheitspatches oder -Upgrades installieren können, sobald der Angriff bestätigt wurde. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sicherheitsorchestrierung und -automation in Ihren Maßnahmenplan bei Vorfällen passen kann.
  4. Benutzerrechte: Bei automatisierter Berechtigung oder Aufhebung der Berechtigung eines Benutzers können Sie genau dann Zeit, Aufwand und Ressourcen sparen, wenn jemand versucht, die Benutzerrechte im Rahmen einer benutzerkontobetreffenden Bedrohung zu eskalieren.
  5. Business Continuity: Automatisierung kann dazu beitragen, dass Ihre Systeme und Daten im Falle eines Angriffs intakt bleiben, indem sie in dem Moment, in dem die Bedrohung erkannt wird, einschreitet.

Wann Sicherheitsautomation sich nicht empfiehlt

Obwohl Sicherheitsautomation viele Vorteile aufweist, ist es durchaus verständlich, wenn Sie nicht alles automatisieren wollen. Menschliche Erkenntnisse sind gefragt, wenn Sie Schlussfolgerungen ziehen und eine rationale Entscheidung treffen müssen. Möglicherweise ist es auch sinnvoll, von der Automatisierung von Aufgaben abzusehen, die streng vertraulich sind oder Entscheidungen erfordern, die über die Korrelation eines Rechners hinausgehen.

So kann Orchestrierung und Automatisierung beispielsweise den Prozess der fehlerhaften Eingabe von Passwörtern und Warnmeldungen von Sicherheitssystemen verarbeiten. Es sollte jedoch ein Mensch entscheiden, ob die fehlerhafte Passworteingabe auf einem Brute-Force-Angriff beruht oder von einer Person herrührt, die ihr Passwort vergessen hat. Dieser Entscheidungsträger sollte dann entsprechend reagieren, indem er entweder die IP sperrt oder dem Benutzer weiterhilft. Automatisierung kann auch die aufwendige Markierung von potenziellen Phishing-E-Mails beseitigen und eine Reaktion auslösen, aber das sollte nur erfolgen, wenn eine tatsächliche Person die Authentizität oder betrügerische Natur der E-Mail bestätigt hat.

Sicherheitsautomation kann viele der bedeutendsten Sicherheitsfragen der aktuellen Zeit mindern und Ihrem Team zu betrieblicher Effizienz verhelfen, von der Sie schon jetzt und auch auf lange Sicht profitieren können.

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