Vom traditionellen VM zum risikobasierten VM
Herkömmliche Programme stufen Schwachstellen häufig ausschließlich anhand des CVSS-Scores oder des Schweregrads ein.
Das risikobasierte Schwachstellen-Management (Risk-Based Vulnerability Management, RBVM) berücksichtigt den Kontext und kombiniert Threat Intelligence, die Kritikalität von Assets und die Wahrscheinlichkeit einer Ausnutzung, um die Gegenmaßnahmen dort zu konzentrieren, wo sie am wichtigsten ist.
Durch die Abstimmung technischer Erkenntnisse mit den Prioritäten des Unternehmens verbessert RBVM die Effizienz und demonstriert den Stakeholdern eine messbare Risikominderung. Dies stellt eine wichtige Entwicklung vom reaktiven Patchen hin zur proaktiven Reduzierung der Gefährdung dar.
RBVM reduziert Alert-Rauschen, indem es Informationen zu Exploits, den Kontext von Assets und den Einfluss auf das Unternehmen kombiniert.
Es unterstützt Teams dabei, ihre begrenzten Ressourcen für die Behebung von Schwachstellen auf diejenigen zu konzentrieren, deren Ausnutzung die Wahrscheinlichkeit eines Verstoßes erheblich erhöht, und so das Risiko zu verringern.
Integration von Schwachstellepriorisierung und Exposure Management
Moderne Sicherheitsteams verbinden zunehmend das Schwachstellen-Management mit Verfahren zum Exposure Management. Frameworks für Technologien zur Priorisierung von Schwachstellen (Vulnerability Prioritization Technology, VPT) und Continuous Threat Exposure Management (CTEM) erweitern die Sichtbarkeit über Identitäten, Konfigurationen und Angriffspfade hinweg.
Zusammen bieten diese Ansätze einen ganzheitlichen Überblick über die Risiken eines Unternehmens und wandeln Schwachstellendaten in umsetzbare Einblicke für strategische Entscheidungen um.
In Kombination decken sie hochwertige Angriffsketten auf und ermöglichen die Orchestrierung – automatische Ticketausstellung, gezielte Patch-Fenster und Validierung – um den Kreislauf der Behebung effektiv zu schließen.
Best Practices für effektives Schwachstellen-Management
Automatisieren Sie, wo immer dies möglich ist. Integrieren Sie das Scannen, die Ticketausstellung und das Reporting, um die Gegenmaßnahmen zu optimieren.
Legen Sie die Zuständigkeiten fest. Weisen Sie den IT-, Sicherheits- und DevOps-Teams klare Verantwortlichkeiten zu.
Messen Sie den Fortschritt. Verfolgen Sie Metriken wie die durchschnittliche Zeit bis zur Behebung (Mean Time to Remediate, MTTR) und den Prozentsatz der behobenen kritischen Schwachstellen.
Sorgen Sie für kontinuierliche Sichtbarkeit. Planen Sie nach größeren Änderungen an der Infrastruktur Scans ein und überprüfen Sie die Korrekturen. Informieren Sie sich über die Grundlagen der Cloud-Sicherheit.
Kommunizieren Sie Risiken. Übertragen Sie technische Daten in geschäftliche Auswirkungen, um die kontinuierliche Unterstützung der Geschäftsleitung zu gewährleisten.
Führen Sie funktionsübergreifende SLAs ein, stellen Sie die Zuständigkeit für Gegenmaßnahmen sicher und investieren Sie in die Automatisierung von sich wiederholenden Korrekturen. Regelmäßiges Reporting an die Geschäftsleitung, die technische Erkenntnisse in Geschäftsergebnisse umsetzen, sichern kontinuierliche Unterstützung, Finanzierung und Verantwortlichkeit.
Vom Schwachstellen-Management bis zur kontinuierlichen Reduzierung von Gefährdungen
Das Schwachstellen-Management bildet die Grundlage für umfassendere Strategien zum Exposure Management. Durch die Verknüpfung von Schwachstelleneinblicken mit Identitäts-, Konfigurations- und Threat Intelligence-Daten erhalten Organisationen ein ganzheitliches Verständnis ihres Risikostatus.
Wechseln Sie von projektbasierten Korrekturen zu einer kontinuierlichen Risiko-Reduzierung, indem Sie Gefährdungsmetriken mit Geschäftszielen verknüpfen.
Mithilfe von Gefährdungs-Scorecards, priorisierten Roadmaps und regelmäßigem Red-Teaming können Sie überprüfen, ob das Risiko im Laufe der Zeit tatsächlich kontinuierlich sinkt.
Dieser kontinuierliche Ansatz unterstützt fundierte Entscheidungen, fördert die Verantwortlichkeit und stärkt die Cyber-Resilienz im gesamten Sicherheitsökosystem.